Ich war fleißig. Trotz privater Rückschläge habe ich dir zwei neue Bücher auf deinen Nachttisch gelegt.
Da habe ich für dich Triggerwort: Lieber Alex. Ein kinky Thriller über einen Typen, der sich Hals über Bein auf ein Spiel einlässt, das er nicht gewinnen kann. Die Geschichte ist versaut, unanständig und im Grunde eine 136 Seiten lange Tease and Denial Session.
Und dann, absolut schuldig euer Ehren, habe ich mich inspirieren lassen, wie wir Profilügner so gerne sagen. Für meinen Roman Lebenslänglich — an Angel no Saint stand Stephen Kings Misery Pate. In dem grausamen Thriller geht es um Howard, der gerade frisch aus dem Knast abgehauen ist. Schwer verletzt durch einen Schneesturm eiert und im letzten Moment von einer mysteriösen Frau gerettet wird.
Amber pflegt Howard gesund, aber sie ist auch eine sadistische Psychopathin und hat nicht vor, Howard jemals wieder gehen zu lassen.
Keine Ahnung, ich denke, ich kann dir viel erzählen, aber für mich ist Lebenslänglich mein bislang spannendstes Buch. Ja, es gibt kinky Sexszenen, einige davon auch grenzwertig, aber für meine bescheidenen Verhältnisse peitscht die Story doch recht rasant voran.
Ich mag die Geschichte jedenfalls sehr und ist mein kleiner perverser Liebesbrief an Misery.
Dann wird es Zeit für den Song Goldie Montana, ebenfalls von Goldie Boutilier. Und falls du spontan das Bedürfnis zu tanzen hast, fühl dich frei. Im Roman hingegen wird zum Song gevögelt. Was absolut nachvollziehbar ist.
Und spätestens jetzt müssen wir aber nun wirklich die Hüften kreisen lassen, denn jetzt kommen wir ZU DEM SONG des Romans. The Angel And The Saint. Viel Vergnügen.
Lebenslänglich ist der erste Roman meiner neuen Thrillz in the USA Reihe. Vom verschneiten Colorado gehts für mich demnächst ins sonnige Kalifornien. Wünscht mir Glück.
Zur geplanten Reihe werde ich aber noch mal extra was schreiben. Erst einmal drängen sich noch andere Schreibprojekte auf.
Und übrigens.Triggerwort: Lieber Alex gibt es exklusiv bei deinem Lieblingsonlineversandhändler als Ebook und im Kindle Unlimited. https://amzn.eu/d/05LukLju
Lebenslänglich: an Angel — no Saint gibt es ebenfalls auf Amazon als E-Book und im KU, aber ich habe dir auch ein Taschenbuch gestrickt. Für den Sommer. Einfach, wie zufällig, am Pool liegen lassen. https://amzn.eu/d/08ufCfkF
Okay, kein Bock mehr. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und have fun.
PS: Falls du Bock auf extrem erotischen Horror hast. Schau mal auf meiner Seite vorbei. Da findet sich sicher etwas, das dich rot werden lässt.
Über das Schreiben, Paul Auster, Horror und warum Kunst nicht nett sein muss
Warum ich Lesen gehasst habe
Eine der ersten Fragen, die Schriftsteller beantworten dürfen, ist neben: “Und, kannst du davon leben?”, meistens: “Wann hast du mit dem Schreiben angefangen?” Da kommen dann so strunzdumme Sachen raus wie: “Ich kam schon mit einem Füllfederhalter auf die Welt”, oder: “Ich hab schon im Kindergarten 300-seitige Kurzgeschichten geschrieben.” GÄÄHN.
Bei mir war das nicht so. Ich fand Schreiben in der Schule voll doof und ich fand auch Bücher doof, denn echte Jungs lesen nicht.
Das kam bei mir alles sehr viel später. Schuld daran war Paul Auster. Mich erwischte “Stadt aus Glas” als Hörspiel und irgendwas an der Geschichte packte mich. Der Plot nahm eine so verrückte und absurde Wendung, dass ich in die Buchhandlung musste, um mir das Buch zu kaufen, denn ich hatte die Geschichte nicht verstanden. Und das wurmte mich total.
Leider musste ich feststellen, dass es “Stadt aus Glas” als Taschenbuch nicht gab. Ich musste mir also einen Schmöker kaufen mit dem Titel: “New York Trilogie”. Dort war dann der Text zu finden und ich fing widerwillig an zu lesen. Denn ich fand lesen scheiße. Ja, wirklich. Es war mir zu mühselig, zu langsam und dann war die Schrift so klein und ich musste Licht anmachen und überhaupt. Gibts davon keinen Film?
Aber ich blieb dran und las die Geschichte über einen Mann, der scheinbar seine Identität verlor … und hatte sie immer noch nicht verstanden. Was für eine Kacke. Ich war zu blöde für den Text.
Mittlerweile habe ich das Buch mehr als fünfmal gekauft, immer wieder verschenkt und lese immer noch gerne darin. Ich liebe die Geschichte. Sie ist düster, lustig und mittlerweile habe ich natürlich meine eigene Theorie, was da eigentlich zwischen den Seiten vor sich geht und ich genieße es, dass alles so eindeutig uneindeutig bleibt.
Der Drummer kriegt das Mädchen
Ich war übrigens früher Sänger in einer Band. So richtig mit Proberaum und alles. Zuerst in einer Punkband. Kein Witz, unser Drummer hatte ein Holzbein und stellte es immer vor sein Set, oder verprügelte nach Live-Auftritten unser besoffenes Publikum. Später stieß ich dann zu einer Rockband. Wir waren sogar ganz gut, nur leider mussten wir uns wieder trennen, weil wir uns nicht einigen konnten, wer DAS MÄDCHEN bekommt. Am Ende hat natürlich der Drummer sie geheiratet.
Und das, liebe Kinder, ist eine fundamentale, kosmische Wahrheit über das Leben: Der Drummer kriegt das Mädchen. Iss so. Kannst dich auf den Kopf stellen. Du denkst, der Sänger, die Rampensau, der Frontmann, bekommt die heißen Girls? Oder vielleicht der süße, leicht verträumte Bassist mit den tollen Locken? NOPE, es ist der Schlagzeuger. Immer.
Jedenfalls schrieb ich die Songtexte für unsere Band. Und natürlich war das totaler Müll.
“Oh, Baby, Baby! Oh, Baby, Baby! love me and let me be your Underwear.”
LESEN LESEN LESEN
Aber das Songtexteschreiben machte mir Spaß. Es hatte eine HALTEN SIE SICH FEST, therapeutische Wirkung. Kleiner Tipp von mir für dich. Wenn dich Dämonen quälen, solltest du keine Bücher schreiben. Natürlich darfst du sie schreiben, wenn’s dir hilft, aber bitte belästige niemanden mit deinen Problemen durch eine undurchdachte Veröffentlichung. Bring deinen Scheiß zur Therapie, krieg dich wieder auf die Reihe und wenn es dir wieder besser geht und das wünsche ich dir total, und du Abstand zu den Dingen gewonnen hast, dann setz dich hin und schreib nen geilen Text.
Also, wo war ich? Schreiben. Genau. Um deine Stimme zu finden, musst du sie nutzen. Also schreibe, als wäre der Teufel hinter dir her. Schreibe so viel du kannst, dadurch wirst du besser und LESEN nicht vergessen.
Ich fand diesen Schreibtipp immer ganz schrecklich. Wer schreiben will, muss auch lesen. Aber ja, es stimmt. Du kannst so viele Youtube-Videos gucken wie du willst und Kate Cavanaugh liebt dich sicher ganz doll dafür, und du kannst auch so viele Schreibratgeber über gerettete Katzen auswendig lernen wie du möchtest, aber wenn du keine Bücher liest, bist du irgendwo falsch abgebogen. Und ich weiß echt, wie schwer das ist. Ich liebe Filme, Serien, und ich zocke gerne und ich hab so viel zu tun und Lesen ist so langsam.
Der GAMECHANGER war dann allerdings … Ich wollte schon immer mal das Wort Gamechanger schreiben. In mir zieht sich bei dem Wort alles zusammen. Ich glaube, ich habe grade sogar spontan nen Pickel bekommen. Gamechanger. Das Wort rangiert bei mir gleich neben CONTENT und MINDSET. Jedenfalls hat der E-Reader für mich einen echten Unterschied gemacht. Auf der Kiste kann ich wirklich nichts anderes machen als lesen. Dafür ist es gebaut, das ist sein einziger Zweck.
Im Moment lese ich die ersten Kapitel meines neuen Romans auf meinem Kindle und finde dauernd neue Fehler. Was ganz gut ist. Irgendwann siehst du die kleinen Kommafehler und Buchstabendreher nicht mehr und meistens hilft es, das Lesegerät zu wechseln. Jedenfalls bin ich grad in der finalen Überarbeitung und wenn das nicht eine total geniale Überleitung zu meinem neuen Buch ist, dann weiß ich auch nicht. Aber hey, mein Blog, meine Werbung.
Warum Extreme Horror ehrlich sein muss
Titel und Cover werde ich noch nicht verraten, aber mein neuer Text fühlt sich wie “Grindhouse” auf Papier an. Mit hoffentlich rasantem Tempo. Flüssig und schnörkellos. Die Kapitel sind kurz, und die Handlung beginnt ohne lange Einleitung direkt mit der Bedrohung. Die Geschichte wird sich wie ein Low-Budget-Horrorfilm aus den 80er Jahren, wie ein trashiges B-Movie anfühlen. Harter Splatterpunk mit schwarzem Humor, absurden Wendungen und extrem sadistischen BDSM-Praktiken.
Im Februar kommt der Schlingel raus und manchmal, eigentlich öfter, als ich zugeben möchte, frage ich mich, ob ich zu weit gehe. Ob ich den Bogen überspanne. Und dann denk ich mir: “Scheiß drauf.”
Ich lasse auch beim Duschen das Licht aus. Ich habe vor allem Angst, mache mir dauernd Sorgen und gehe lieber auf Nummer sicher. Risikobereitschaft steht jetzt nicht in meinem Reisepass, aber in meinen Texten bin ich mutig, furchtlos, konsequent und ehrlich. Und nein, ich muss nicht authentisch sein, das ist eh bullshit, aber wahrhaftig, das kann dann doch durchaus mal vorkommen.
Ich schreibe saftigen Porn und derben Horror. Und wie die meisten im Extreme-Horror-Genre denke ich, dass der größte Nachteil darin besteht, vorzutäuschen, dass man in diesem Genre etwas Ernstes schreiben kann, anstatt die Absurdität zu umarmen.
Von daher: Ich will dir weh tun, dich verstören, dich zum Lachen bringen und dich geil machen. Das ist der Job. Die Rolle der Kunst ist Provokation. Sie muss etwas hinzufügen, sonst braucht es sie nicht.
Und jetzt schnall dich an, wir düsen rüber nach Las Vegas zu den Killers. Ich liebe die Band und Brandon Flowers Stimme. Zuletzt hatten sie ihre Springsteen-Phase und ein Song hat es mir besonders angetan. The Getting By II. Der Song kriegt mich immer ab Minute dreifuffzig. Viel Vergnügen.
So, kein Bock mehr, ihr Pimmelnasen. Bis bald und lasst es euch gut gehen. Have fun! 💜
Wenn auf der Weihnachtsfeier jemand leicht verschnupft vor sich hin röchelt: „Ich war letztens erst noch krank, aber jetzt geht es mir schon viel besser“, dann lass den Löffel Sauerbraten mit Klößen fallen, verabschiede dich und mach die Fliege.
Selten bin ich so bescheiden ins neue Jahr gekommen. Ich lag mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Reizhusten und Rotznase auf der Couch und habe an Silvester „Der Zauberer von Oz“ geguckt. Ich hatte nicht mal ein Gläschen Sekt. 😣
Erst seit ein paar Tagen fühle ich mich wieder halbwegs fit und hänge meinem Zeitplan schon entspannt zwei Wochen hinterher. Und ich hasse es wie die Pest, wenn ich nach einer so langen Pause mein angefangenes Manuskript öffne und nicht mehr zurück in die Geschichte finde. Das ist fucking mühselig. Die Geschichte fühlt sich fern an, die Figuren fremd und … ach scheiße.
Aber ich habe gestern mal frisch durchgewischt. Habe jeden Satz einzeln geputzt, bis er blitzte und strahlte, habe ganze Szenen gelöscht und umgestellt, und so langsam habe ich wieder Bock auf den Text. Mehr Infos zu meinem kommenden Roman teile ich allerdings erst später mit euch. Im Augenblick ist alles noch sehr fragil, roh und so vieles kann sich noch am Setting und dem Plot ändern, da will ich noch nicht in langweiliges Werbe-Blabla verfallen.
Und dann habe ich JETZT erst erfahren, dass der großartige, wundervolle, einzigartige, beeindruckende, unheimliche, sausympathische, talentierte und extrem angsteinflößende Extrem-Horror-Gott Edward Lee schon im August 2025 in Rente gegangen ist. Ich hatte vor Weihnachten noch seinen neuen Kurzgeschichtenband „Blutige Eingriffe“ gelesen, und jetzt hört er einfach so auf. Also wirklich. 😢 Link zum Artikel
Genieße deinen Ruhestand, lass es dir gut gehen. Ich liebe deine Kunst und wünsche dir das allerbeste, ganz deep from my Herz. ❤️
Und was muss ich noch vom Krankenbett aus lesen? Onkel Stevie denkt auch schon an die Rente. Was ist denn da los? Link zum Artikel
Allerdings scheint die Angst noch verfrüht. Stephen King möchte seinen Schreibtisch aufräumen, noch mindestens zwei Projekte fertigstellen und dann vielleicht ein bisschen kürzer treten.
„Er ist eine Naturgewalt. Mein Vater niest und dann holt er das Taschentuch heraus und sagt: ‚Wow. Schau mal, da steckt ein Roman drin.‘“ (Joe Hill)
Musikalisch wird es aber sowas von Zeit für ein bisschen Kunst. Viel Vergnügen mit Betterov.
Zum Schluss noch ein schmaler Hinweis auf meinen aktuellen Roman „Herrin der Untoten“. Das Biest gibt es exklusiv auf Amazon als sexy E-Book, hübsches Taschenbuch und Kindle Unlimited versteht sich ja von selbst.
So, kein Bock mehr, bis bald und lass es dir gut gehen.
Have fun 💜
Ach, besuche mich doch auf meiner neuen Homepage. Da gibts extrem geile Bücher. Also, habe ich mir sagen lassen. www.jayraydillon.de
Press enter or click to view image in full sizeUnd dann habe ich JETZT erst erfahren, dass der großartige, wundervolle, einzigartige, beeindruckende, unheimliche, sausympathische, talentierte und extrem angsteinflößende Extrem-Horror-Gott Edward Lee schon im August 2025 in Rente gegangen ist. Ich hatte vor Weihnachten noch seinen neuen Kurzgeschichtenband „Blutige Eingriffe“ gelesen, und jetzt hört er einfach so auf. Also wirklich. 😢
Ich hopse auf meinem Bett herum, halte eine Zahnpastatube in meiner kleinen Hand und kreische im perfekt beschissenen Englisch lauthals: „Ladies and Gentlemen: Mr. Elton John!“
Im Fernseher läuft MTV. Don’t Let the Sun Go Down on Me und der Typ im blauen Anzug geht mir (noch) am schmalen Hintern vorbei. Ich kenne zu diesem Zeitpunkt nur Sir Elton, weil meine Oma ihn so gerne hört und sie mir im Divi (eine alte Supermarktkette) die Schallplatte kaufte. Opa gönnt sich derweil eine Currywurst und hängt am Spielautomaten. Die 90er sind Scheiße, aber auch ein bisschen geil.
Ich spule mal vor in das Jahr 1996.
Ich bin von Kopf bis Fuß verknallt in meine Nachbarin. Zu diesem Zeitpunkt der schönste, tollste und natürlich beste Mensch der Welt. Hormone fluten meinen Körper, wenn ich nur an sie denke. In ihrer Nähe ist alles Regenbogen. Und wenn sie über meine Witze lacht, bin ich verlegen und glücklich. Und mache endlos damit weiter, zu versuchen, sie zum Lachen zu bringen, weil ich nicht aufhören kann, ihr dabei zuzusehen. Leider bin ich zum Haare raufen schüchtern und dem Alter entsprechend auch noch strunzdumm. Es ist herrlich.
Nachbarin und ich sind nur Freunde, und wenn ich mich richtig anstrenge und mich nur trauen würde, dann würden wir sicher auch „zusammengehen“. Eigentlich wartet sie nur auf den ersten Schritt von mir, aber ich bin feige, unsicher und absolut nicht gut genug für dieses göttliche Wesen, das mir den Atem raubt, mich um den Schlaf bringt und mich dauernd dazu bringt, an mir rumzuspielen. Und ja, ich habe hinterher immer ein schlechtes Gewissen.
Die Nachbarin hat Geburtstag. Und eine CD geschenkt bekommen. OLDER von George Michael. Den kenne ich nicht, aber zusammen Mucke hören, abhängen und wie zufällig mit meinem Arm ihren Arm berühren, beim Reingrapschen in die Chipstüte noch zufälliger ihre paprikaverklebten Finger befummeln? All right, ich bin dabei.
Jesus to a Child. Ich verstehe kein Wort vom Text, denn ich bin immer noch Scheiße in Englisch, aber die Gänsehaut will trotzdem nicht verschwinden. Die sanfte Stimme trifft mich so hart und unvorbereitet, dass ich meine Tränen zurückhalten muss. Ich bleibe tapfer und bei Fastlove habe ich mich nicht nur gefangen, sondern will unbedingt wissen, was der Mann im CD-Player da eigentlich singt, denn schon der Sound seiner Stimme beruhigt mich und macht mich glücklich.
Zu meinem Glück ging meine Nachbarin aufs Gymnasium, war ’ne Streberin und konnte mir die Songtexte mal eben am Wochenende ins Deutsche übersetzen. Geil.
Den Sommer über hörte ich nichts anderes als Older auf dem Discman. Mein Vater fragte dann auch, was da dauernd bei mir dudelt. Ich antwortete: „George Michael“. Und er nur so: „Der war gut mit Queen“.
Als ich alle Texte auswendig konnte, musste ich schleunigst in die Stadt zum Plattendealer. Unter Buchstabe M lagen Faith und Listen Without Prejudice Vol. 1 im Regal. Gott hatte gesproc… gesungen.
Aber mal ohne Witz, wie zum Fick wird „Prejudice“ ausgesprochen, ohne sich dabei die Zunge zu verknoten oder in die CD-Hülle zu spucken?
Aus meiner Nachbarin und mir ist übrigens nichts geworden. Aber George und ich gehen immer noch zusammen. Ich bin immer noch verliebt und er ist auch heute noch fester Bestandteil meines — warte, jetzt werde ich kitschig — Soundtracks des Lebens.
Nur hatte ich jetzt keine Übersetzerin mehr für seine Texte, Google Translate war noch nicht erfunden, also musste ich in der Schule selbst ein bisschen besser aufpassen. Aber auch ohne alles ganz genau verstanden zu haben, konnte ich mich in den Sound seiner Stimme verlieren. Warum muss ich auch Musik unbedingt verstehen? Das ist ja bescheuert. Dafür ist sie nicht da. Fick auf die Details und erinnere dich lieber an das Gefühl.
let’s be cheesy
Mit meiner George-Michael-Liebe stand ich ziemlich allein im Dorf. Zum Glück hörte ich auch noch Depeche Mode ganz gern und stieg im Ansehen meiner Freunde wieder ein bisschen. Dann hatte ich meine Gothic-Phase und sank zur gleichen Zeit im Ansehen meines Vaters wieder. „Bist jetzt ein Satanist, oder was?“
Nö, aber ich trug Schwarz und sah dabei ziemlich lecker aus. Ja, ohne es selbst bemerkt zu haben, war ich ein ziemlich attraktives Kerlchen geworden und endlich interessierten sich auch die Mädchen für mich. Ich ließ mir die Haare lang wachsen und trug ein dickes, fettes Kreuz als Ohrring. Ich war der fucking düstere James Dean aus der Hölle auf meinem aufgemotzten Mofa.
Und mein „erstes Mal“ hatte ich dann zu … Trommelwirbel: The Cure. Tja, Sorry George. Aber später habe ich ziemlich oft zu deinen Songs geknutscht.
Und dann gibt es ja noch deine Box OLDER/UPPER und auf UPPER gibts diesen Song Safe. Und Alter, die Platte ist nicht nur genial, erotisch, verführerisch, melancholisch und gefährlich. Nein, man kann zu dem Song auch ganz hervorragend ficken.
Let me tell you a secret
Mit Anfang 20 die Mucke der Eltern gut finden, ist wahrscheinlich nicht so geil für die musikalische Entwicklung. Da muss man schon auch was Eigenes finden. Sich abgrenzen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu und da darf es dann auch keine Regeln geben.
Heute ist mir alles scheißegal, das Alter und die Weisheit, in Ewigkeit, Amen, erlauben mir, ALLES gut zu finden. Ich höre Jazz, Industrial, Rock, Pop und selbst Taylor Swift hat ein paar gute Nummern auf der Pfanne. Musik darf unschuldig sein, denn Musik ist Kunst. Und ich verstehe das voll. Dieses Swifty-Phänomen.
Wenn du Fan bist, und besonders wenn du jung bist, erst frisch formatiert und noch nichts begriffen hast, weil du ja erst noch die Erfahrungen machst, alles in dir aufsaugst wie ein Schwamm, weil in deiner Birne noch nicht viel drinsteckt, dann ist es aufregend, Fan zu sein. Wir sollten das dringend beibehalten. Auch wenn wir älter werden. Es genießen. Das Fansein. Ganz doll. Es ist vielleicht peinlich, kapitalistisch und dumm, und Fansein ist vielleicht die größte Stufe der Dummheit. Aber genieße es. Wenn ich durch meine Wohnung tanze und lauthals I’m Your Man gröle, dann vergesse ich kurz, was mich quält, und was kann man von einem Popsong bitte noch mehr erwarten?
Your hot fuck Fantasy
Freeek! Geiles Lied. Habe ich ganz lange nicht mehr gehört. Aber ich habe es komplett in mir drin.
Du hast mich durch alle Höhen und Tiefen meines Lebens musikalisch begleitet. Dein Werk umfasst im Vergleich zu anderen Pop-Göttern nur wenige Alben und Songs. Nicht weil du zu faul warst, oder zu bekifft, oder zu depressiv, aber ein paar Platten mehr hätte ich mir schon von dir gewünscht. Aber zum Glück kamst du immer dann mit einer neuen Platte raus, wenn ich dich am dringendsten brauchte.Todesfall in der Familie: You Have Been Loved Erste sexuelle Erfahrungen mit einem Mann: Outside Erstes Mal ans Bett gefesselt: Easier Affair and „Dancing with the Freaks now!“
Wenn immer mich Unsicherheiten verfolgten, hattest du den passenden Text für mich. Auf meiner Hochzeit hast du zum Beispiel Amazing für mich gesungen und zu meiner Scheidung Waiting for That Day. Du hast mich all die Jahre angeleitet, getröstet und mich an die Hand genommen. Das ist für immer.
Please send me someone
Du bist am 25. Dezember 2016 im Alter von 53 Jahren gestorben und als ich die Nachricht auf Twitter las, fühlte ich nichts. Ich glaubte es nicht. Es war so unwirklich. Nicht real. Es konnte nicht sein. Ich weigerte mich, diese Wahrheit anzunehmen. Ich blieb noch stundenlang vor meinem Laptop sitzen und durchforstete das Internet. Es musste sich um einen Irrtum handeln.
Aber nein. Du hattest mich verfickt noch mal allein gelassen. Wie konnte denn bitte Mr. Last Christmas am zweiten Weihnachtstag den Arsch zukneifen? Was ist das denn bitte für ein verschissener Sinn von Humor?
Am nächsten Morgen saß ich wieder vorm Notebook und grub mich durch die Nachrufe und dann gab es plötzlich kein Halten mehr. Ich weinte Rotz und Wasser. Ich habe mich minutenlang nicht mehr eingekriegt. Du Wichser hattest mir das Herz gebrochen. Das fühlte sich an, als wäre ein Familienmitglied, mein bester Freund gestorben. Und so war es ja auch.
Man sagt, Trauer ist nachgetragene Liebe, und verliebt in dich bin ich seit 1996, als du im Kinderzimmer meiner Nachbarin das erste Mal zu mir gesungen hast.
Mach’s gut, mein Freund. Ich werde heute Abend schon wieder diesen unfassbar kitschigen Last Christmas-Film schauen und deiner Stimme lauschen und kräftig mitsingen. Egal, was war, egal, was ist. Fans machen das so.
Anfang letzter Woche ist mein neuer Kurzroman mit dem Titel Das Ferkel — All you can eat erschienen. Und natürlich freue ich mich riesig, dass das Schweinchen jetzt endlich an die frische Luft kommt. Du bekommst den kleinen Schlawiner exklusiv auf Amazon. LINK
Der erste Kannibale, dem ich begegnet bin, war Hannibal Lecter, im “Schweigen der Lämmer”, mit Jodie (einfach geil) Foster und Anthony Hopkins. Der Film übt selbst heute, nach gefühlt hundert Jahren, eine angenehme Beklemmung aus. Der Thriller (oder ist es schon Horror?) ist wahnsinnig gut gealtert und immer noch irre spannend.
Die Fortsetzung “Hannibal” ist allerdings Edel-Trash der wunderschönsten Sorte. Ridley Scott versuchte erst gar nicht, der ersten Verfilmung hinterherzujoggen, sondern, “Fickt euch alle”, drehte lieber eine plakative Seifenoper. Die Story ist hier scheißegal. Der Film ist auf seine ganz eigene Weise ein großer Spaß.
Gimme me Moore
Und wenn wir schon so nett über den ikonischen Kannibalen fachsimpeln, dann dürfen wir Mads Mikkelsen nicht vergessen. Hannibal — Die Serie ist brillant, ein Geniestreich, fantastisch, perfekte Unterhaltung, sinnlich, erotisch, spannend, gruselig und unfassbar gay. Ich liebe alles daran.
Hannibal von Bryan Fuller ist ein Kunstwerk und die meisten von euch haben es nicht gesehen. Schämt euch, ihr habt was verpasst. Damit müsst ihr jetzt leben. 😂
Lecker
Darf ich dir vom Ferkel erzählen? Cool. Ich hatte ja im Herbst um Halloween herum angedroht, viele kleine BDSM-Horrorgeschichten zu veröffentlichen. Es sind weniger geworden, als ich auf dem Zettel hatte, aber das ist okay. Willenlos, der Keller, mein Torso, Leiden — BDSM-BOX, sind echt gut geworden. Und nun, als krönendes Finale zum Ende des Jahres, ist meine versaute, abgedrehte, Horrorkomödie von mir für dich herausgekommen.
Das Ferkel — All you can eat (BDSM-Horror) von Jay Ray Dillon (das bin ich)
Okay, worum geht es?
Den Eheleuten Grünfels geht eigentlich alles am Arsch vorbei. Es gibt für das Paar nichts mehr zu erreichen, nichts Erstrebenswertes.
Ihr Leben ist mit Mitte dreißig schon sterbenslangweilig und so haben sie neue Hobbys für sich ins Auge gefasst. Sie haben es mit Verreisen probiert. Schiffsreise, Karibikurlaub, Times Square an Heiligabend, aber auch nur weil Martin Kevin in New York so toll findet. Sie waren wandern, bergsteigen aber die Scheiße ist ja mal total anstrengend.
Es macht einfach nichts mehr Spaß. Eine depressive Episode, hat Martins Therapeut gesagt. Bevor der eine dem anderen den Schwanz lutschte. Martin steht auf intellektuellen Sex. Da verrutschen die Brillen so sexy beim Blasen.
Glücklicherweise haben die Eheleute Grünfels dann doch noch eine Freizeitbeschäftigung gefunden, die sie glücklich macht. Und nicht nur das. Sie sind regelrecht süchtig danach und kriegen davon nie genug. Sie haben das FOLTERN für sich entdeckt.
Das Ferkel ist ein Kink-Thriller mit Kannibalismus, Dolcett-Fantasien, Kastrationen, Erniedrigungen und wenn ich das so schreibe, muss ich mich wirklich mal fragen, ob ich nicht langsam mal meine glückliche Kindheit aufarbeiten sollte.
Das Ferkel ist eine harte, aber auch eine saulustige Horror-Satire, und ich fühle mich geehrt, wenn du der Geschichte eine Chance gibst. Ich verlinke sie dir noch einmal:
Musikalisch müssten wir jetzt “Du musst ein Schwein sein” abfeuern, aber das ist mir zu öde, stattdessen gibts Closer von Nine Inch Nails auf die Ohren. Viel Vergnügen.
Auf meinem Kindle ging es zuletzt ein bisschen wild zu. Aber ich habe “Das Beste sind die Augen” von Monika Kim angefangen zu lesen und der Text wird als feministischer Horror beworben und die ersten Seiten haben mich absolut nicht gekriegt.
Ich lese trotzdem erstmal weiter, weil ich glaube, dass das Buch noch richtig gut werden könnte. Nur die Rückblende, auf die Rückblende, und von Höckschen auf Stöckschen war mir ein bisschen zu gähn bislang, aber wie so oft liegt es sicher an mir.
Und, wow, ich schaue grad auf Netflix “The Beast in Me”. Die Serie macht so richtig Bock und ich habe Claire Danes seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Das letzte Mal, ungelogen, zu Romeo und Julia mit Leo und “Hat mein Herz jemals geliebt?”
Irre, ich hatte sie zu meiner Schande schon vergessen und plötzlich schüttelt sie ein so geiles Schauspiel aus dem Ärmel. Verletzlich, unsicher, ruhelos, ängstlich, mutig, rücksichtslos und alles zusammen. Sie spielt wie die Teufelin und es macht einfach einen riesigen Spaß, ihr beim Eskalieren zuzuschauen.
Und Matthew Rhys? Charmant, überheblich, bedrohlich, lustig und wenn er am Plattenspieler anfängt seine Hüften zu schwingen, sogar verfickt sexy. Ich habe keine Ahnung, ob die Serie ein befriedigendes Ende hinbekommt, aber bis jetzt bin ich zufrieden.
Okay, das soll es für diese Woche erstmal wieder gewesen sein. Privat war es eine Scheißwoche und ich ärgere mich ein bisschen, meine Veröffentlichung nicht richtig feiern zu können, aber wie schon der extrem weise Philosoph John Rambo einmal zu sagen nuschelte: “Du kannst nicht ändern, wie es ist.”
So, kein Bock mehr, bis bald und lass es dir gut gehen. Have Fun ❤️
Letzte Woche fiel ja aus, wegen “is nicht” und jetzt sitze ich vor dem virtuellen weißen Blatt Papier und habe nichts Zeilenbewegendes zu berichten. Das ist bitter, aber jetzt auch nicht so überraschend. Was soll im Leben eines Schmuddelautors auch schon spannendes passieren außer dass er beim “aus dem Fenster gucken” zu Schnarchen anfängt?
Gut, da sind natürlich die ausschweifenden und extrem frivolen Partys jeden Abend, aber davon will ja nun wirklich niemand etwas wissen.
Allerdings, Gummiulli82, falls du hier mitliest, dein Andreaskreuz steht echt suboptimal bei mir im Flur. Es wäre voll super, wenn du es abholen könntest, ansonsten muss ich es auf den Balkon stellen, und dass könnte zwar zu ausgesprochen interessanten Gesprächen mit den Nachbarn führen, aber erstens will man sich gar nicht so irre hart Näherkommen und zweitens bin ich nicht immer in Stimmung für eine so frühe Niederlage im sozialen Bereich.
“Ja, genau, Frau König, das ist mein neuer Wäscheständer! Aus der SM-Edition von Tchibo.«
»Sie sehen das genau richtig, Frau Richter, das ist Andi, ein guter Freund von mir, der wohnt jetzt hier!«
»Genau so sieht’s aus, Achim. Da hab ich gestern mal wieder so richtig gut gefickt!« Es ist anstrengend.
Ich habe übrigens nur noch EIN sadistisches Kapitel zu schreiben und dann ist meine kleine, geile, total versaute Novelle endlich im Kasten. Wenn der Text dann nächste Woche das Licht der Welt erbricht, wird das Wortspiel erst so richtig Sinn ergeben.
Ich muss auch wirklich dringend mit dem Text fertig werden, sonst gebe ich ihn nämlich auf. Er krampfte und zickte schon die letzten Tage immer rum und ich komme so kurz nach Halloween voll in den Pre-Weihnachts-Blues. Ich schaue dann Virgin River, Beverly Hills, 90210 und kennt ihr den Weihnachtsfilm auf Netflix mit Brooke Shields? A Castle for Christmas. Der ist so fucking schön. Kitschig bis zum geht nicht mehr, aber hey, es spielt in Schottland. Und mit Schottland bekommst du mich eigentlich immer.
1, 2, 3 Wiegeschritt
Als extrem versauter Horrorschmutzfink brauche ich halt auch ein bisschen Ausgleich. Zwischen Nippelklemmen und Hodenfolter darf es dann gerne total romantisch zugehen.
Ich habe gestern Abend übrigens in einem Rutsch die Serie Alphamännchen weggeatmet. Die letzte Folge ist heute Abend dran und nach anfänglichem Fremdeln bin ich immer noch nicht so ganz warm mit der Serie geworden. In vielen Momenten ist sie mir einfach total zu doof, vorhersehbar und auch überhaupt nicht witzig, aber anscheinend brauche ich grad den Murks. Der hilft total beim Abschalten.
Ich mag ihren Pulli
Den neuen Frankenstein von Schätzelein Guillermo del Toro schaue ich mir vielleicht am Wochenende an. Im Moment fühle ich mich nicht bereit. Stattdessen habe ich mir “Stadt der Engel” mit Nic und Meg ausgeliehen. Der ist heute Abend sowas von reif. Ich hab ihn schon drei oder vielleicht auch schon viermal angesehen, aber wenn dann Peter Gabriel sein “I grieve” schmettert, dann zerfetzt es eh meine Taschentücher.
Der Film ist wunderschön, kitschig und wenn gutaussehende Engel in schwarzen Mänteln am Meer rumstehen und Händchen halten, bin ich eh dabei. Hauptsache, Gott singt was von Prince. Also dem Purple Rain Prince, nicht die Prinzen. Die fand ich als Kind ganz toll. Da war alles nur geklaut, selbstverständlich Küssen verboten und manchmal wird der Mann im Mond für seinen treuen Dienst belohnt.
Ich habe in diesem Jahr noch genau eine kurze und eine lange Geschichte geplant. Also einen Kurz- und einen Langroman. An dem “richtigen” Roman sitze ich jetzt auch schon eine ziemliche Weile, aber er wird gut. Denke ich. Und natürlich, da bleibe ich mir treu, komplett an der Zielgruppe vorbei. Ich beende das Jahr mit zwei extrem kinkigen Erotikhorrorortexten (wundervoll vertippt, das bleibt jetzt so) und ich hoffe wirklich, dass es euch gefällt.
Alles weitere auf jeden Fall beim nächsten “Was geht Dillon”. Dann müsste die Novelle schon draußen sein, und dann werde ich ein bisschen was darüber erzählen. Also quasi ein Behind the Lines (auch ein guter Drogen Podcast Titel). Ich verspreche aber schon mal, es wird sadistisch, extrem unanständig, grotesk und sexuell. Denn das ist es, wofür die Leute bezahlen. »Gib mir einen verfickten Ständer, Jay!»
Musikalisch ging es letzte Woche kurzfristig Richtung HAIM. Die Band, bestehend aus drei Schwestern und hat mir unerwartet voll nen doofen Ohrwurm verpasst. Want You Back heißt das Stück und japp, schuldig, der Song gefällt mir.
Ich habe jetzt total gelenkschonend mit WALKING angefangen. Vom Bett zum Klo und vom Klo zur Küche und von dort zum Schreibtisch. Irre, wie wenig Schritte dabei zusammenkommen.
Aber im Ernst, ich laufe jetzt jeden Tag. Tut gut. Sollte ich vermutlich beibehalten. Außerdem kann man dabei Podcast hören, oder Musik, oder einfach auch nur so tun als ob, um nicht schräg von der Seite angequatscht zu werden.
Mein innerlicher Yoda möchte noch einen Glückskeks-Spruch loswerden und nächste Woche reflektieren wir dann gemeinsam. “Es gibt keine Perfektion. Nur Leidenschaft.”
So, meine lieben Halloween-People, ich hab kein Bock mehr, bis nächste Woche und falls ihr Gummiulli82 seht, dann sagt ihm doch bitte wegen dem Kreuz Bescheid.
Küsschen, 😘 Have fun 💜
Press enter or click to view image in full siIch habe übrigens nur noch EIN sadistisches Kapitel zu schreiben und dann ist meine kleine, geile, total versaute Novelle endlich im Kasten. Wenn der Text dann nächste Woche das Licht der Welt erbricht, wird das Wortspiel erst so richtig Sinn erge
Ich liebe den 31. Oktober. Nicht nur den Film und seine hundert Fortsetzungen. Da hat doch einfach nur jemand vergessen, die Kamera auszuschalten. Ich mag auch den Regen, den Wind und die Kürbissuppe. Ohne Witz, ich koche eine fantastische Kürbissuppe. Gute Freunde einladen und dann gemütlich auf Couch Horrorfilme gucken. Leute, die Sätze mit “ohne Witz” einleiten, sind selten witzig. Mist, verdammt.
Besonders schlimm ist immer das Filme-Aussuchen. Das strapaziert die Beziehung. ZU ALLEN BETEILIGTEN. Der eine kennt den Film schon, und grunzt: “war okay.” Der nächste kennt ihn nicht, aber er mag kein Blut sehen. Die nächste möchte am liebsten das gleiche wie letztes Jahr gucken, und “haben wir nicht vielleicht was lustiges?”
Ich habe dieses Jahr richtig Bock auf den neuen Conjuring. Ich verspreche mir nicht viel davon, aber ich lade unfassbar gerne Vera Farmiga zu Besuch ein. Seit Bates Motel ganz deep from my Schmuddelherz.
Wusstest du, dass Vera eine Band am Start hat? The Yagas. Kann man sich sowas von anhören. Ich verlinke mal the Crying Room. Der Song fängt langsam an. Kommt wie eine Ballade daher. Vera erinnert in den ersten Strophen ein bisschen an Stevie Nicks, was grundsätzlich nicht schlecht ist. Und bitte warte. Warte noch ein bisschen und dann so nach drei Minuten … BLÄST SIE DICH WEG. Was ein wunderschöner Klimax. Und das Video ist eh Hollywood. Viel Vergnügen.
Dann habe ich Stephen Kings “The Long Walk — Todesmarsch” auf der Liste für Halloween. Den Roman habe ich zweimal gelesen und freue mich auf die Verfilmung.
Bei Stephen King Filmen weiß man auch eigentlich nie, was man da am Ende eigentlich bekommt. Entweder wird man mit ganz großem Kino beschenkt, oder man möchte sich nach dem Anschauen einfach nur im eigenen Klo ertränken. Und zwar BEVOR man den Schiss abgezogen hat.
Na, wenn das keine Bilder sind. 🤮 Japp, mir tut es auch leid.
Und natürlich Halloween 1978. Das ORIGINAL. John Carpenter, Jamie Lee, und natürlich der während der Dreharbeiten leicht angeheiterte Donald Pleasence. Halloween ist das, was für meine Mutter an Silvester Dinner 4 One ist.
Ich habe “Life of Chuck” gesehen. Und er war gut. Nach hinten raus. Also am Tag danach. Erst nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, berührte mich der Film, fing ich an, darüber nachzudenken. Ein schöner Film. Eine Liebeserklärung an das Leben. Und wenn du dann doch gehen musst, und das müssen wir leider alle irgendwann, dann endet die Welt.
Doch. Der Film hat mich GETATSCHT. Aber erst später. Und ja, die Tanzszene ist genial. Ich geb’s ja zu.
Die Arbeit an meiner neuen Novelle ging in den vergangenen Tagen nur sehr schleppend voran. Ich war sogar fast soweit, sie in die Tonne zu treten. Aber glücklicherweise ist mir ein schöner Twist, eine Überraschung eingefallen und die brachte mich zurück ins Dokument und jetzt fehlt mir eigentlich nur noch ein rundes Ende.
Der rettende Trick kam von den South Park Machern. In einem Interview verraten sie, wie sie eine Episode planen und schreiben, und da sagten sie, dass es beim Schreiben nicht darum gehe “Was passiert als Nächstes?”, sondern “Was passiert stattdessen?”. Und das war ein echter GAME CHANGER, wie wir Volldeppen uns gerne selber sagen hören.
Ich arbeite ja nach der alten, aber voll geilen Formel “Was wäre wenn?” Also, was wäre, wenn du der einzige Mann in einem Kloster voller sexbesserer Nonnen bist? Und schwul. Da kommt man doch auf Ideen.
Und man hangelt sich durch die verdammt anspruchsvolle Handlung, und der deutsche Buchpreis ist dir sowas von sicher, Baby! Und dann machst du den entscheidenden Move zur Seite. Ein Stepptanz in die Bestsellerliste mit den einfachen Fragen: “Was passiert stattdessen?” “Was passiert anstelle?” “Was passiert da eigentlich?” Immer gut, mal darüber nachzudenken.
Wusstest du eigentlich, dass Snoopy der beste Schriftsteller ist? Nein? Dann weißt du es jetzt.
Mein Album der Woche wird Everybody Scream von Florence + Machine. Es erscheint zu Halloween und ich weiß jetzt schon, dass ich mich tanzend durch die Küche grooven werde. Die Musik dieser Frau ist von einem anderen Stern. Ich liebe sie. Punkt.
So, meine lieben Halloween-People 🎃 ich habe keinen Bock mehr und wünsche dir und euch eine wundervolle Halloween-Nacht. Lasst es euch gut gehen.
Ich bin ein großer Twin Peaks Fan. So ganz genau warum, weiß ich selbst nicht so genau. Denn nicht selten ist die Serie extremer Kitsch, mitunter ultraanstrengend, und alleine die dritte Staffel zieht sich in vielen Episoden wie ein Lastwagen voller Kaugummi. Der Typ, der minutenlang ne Bar mit nem Besen fegt. ALTER! Aber Nine Inch Nails macht alles wieder gut. Und Cooper, und Audrey, und ach scheiße, in Twin Peaks fühle ich mich zuhause.
Stell dir vor, es wären Drillinge
Ich liebe die Kunst von David Lynch. Ich gestehe, ich verstehe, wenn überhaupt, nur die Hälfte, aber darum geht es bei Lynch auch nicht. Sein Werk will gefühlt werden. Klar kann man sich mit Metaphern und Analysen auf der eigenen intellektuellen Geilheit einen runterholen, aber du kannst dir auch einfach von ihm dein Hirn durchkneten lassen und es einfach nur wahrnehmen. Das liest sich jetzt wie ein trockener Glückskeks-Spruch, und die sind zwar voll doof, aber es hindert sie trotzdem niemand daran, die Wahrheit zu sagen.
Vieles für mein Schreiben habe ich mir schamlos, skrupellos, arschgeigenmäßig bei Mr. Blue Velvet abgeguckt. Ich kann es zwar nicht so genial wie er, aber das macht ja nichts. Ich mag das Skurrile, das Komische im Tragischen. Den Brainfuck.
Ich würde ja mit beiden mitgehen
Ohne Witz geht es nicht. Zumindest nicht in meinen Geschichten. Ich schreibe ziemlich brutale Gewaltfantasien. Sie sind sadistisch, bösartig und nicht selten sexuell bis zur Schmerzgrenze aufgeladen.
Der Unterschied, der meine Texte vom stumpfen Folterporno unterscheidet, liegt im Witz. Eine gute Pointe hier, eine Wortspielerei da, und schon ist das Grauen erträglicher, denn mit Humor geht alles leichter, selbst Beerdigungen.
Sie sind zwar verdammt traurig, aber das weiß man ja auch so, und dort dann einen Witz unterzubringen, nicht, weil man so unfassbar lustig sein will, sondern mehr als Haltung dem Leben gegenüber, als freundliches Angebot. Wenn man das zusammen anerkennt, dann wird’s gut.
Nicht jeder Witz funktioniert, viele gehen daneben, aber gemeinsam Lachen ist auf jeden Fall besser, als dem Sargträger dann doch noch mitzuteilen, dass sein Hosenstall seit heute Morgen offen steht.
Jeden Tag, einmal am Tag, gönn dir ein Geschenk. Plane es nicht. Warte nicht darauf. Lass es einfach geschehen.
Ich nehme mein Schreiben sehr ernst, setze mich niemals leichtfertig an einen Text, aber ich will trotzdem meinen Spaß haben. Und ich will, dass du beim Lesen Spaß hast.
Eigentlich gibt es für mich nur drei goldene Regeln beim Schreiben. Die habe ich mir von Billy Wilder geklaut und jetzt kann er sich auch nicht mehr wehren. Die Regeln lauten:
Du sollst nicht langweilen,
du sollst nicht langweilen,
und du sollst nicht langweilen!
Gut, erwischt! Ein paar mehr Regeln gibt es dann doch noch, aber die habe ich mir selbst zusammengezimmert und sie sind das Ergebnis von Scheitern und noch mal Scheitern, bis hin zu besser Scheitern und immer wieder Aufstehen und es von vorne Versuchen. (Hier sich bitte an ein x-beliebiges Rocky-Zitat erinnern.)
Ich bin nicht unbedingt ein großer Fan von Schreibratgebern. Und dieses ganze Show-don’t-tell-gehitler geht mir tierisch auf die Titten. Aber es ist gut die Regeln zu kennen, nur so kannst du sie biegen und brechen und kommst hoffentlich nicht ins Gefängnis der Stil-Polizei.
Ich erinnere mich an mein Praktikum in einer Filmredaktion. Das war so ein „Wir wissen alles besser“-Filmkritikblättchen mit aufgesetztem Anspruch. Dort wurden nur Arthouse und besonders sperrige Kunstfilme besprochen. Ich durfte mir einen Film aussuchen und eine Probe-Rezension schreiben.
Ich schrieb eine Lobeshymne, ja gar einen Liebesbrief, an den Film Scary Movie. Und ja, so schlecht er auch vielleicht sein mag, und verdammt, ist der schon alt, ich habe einen Text geschrieben, der diese einfache Filmhorrorkomödie in den filmischen Olymp gleich neben den Louvre stellte. Das war nicht einfach nur ein Billigscheißpissfilmchen, nein, das war ein genialer, brillanter, satirischer Geniestreich. Basta, Freunde!
Der Chefredakteur, ein Mann mittleren Alters mit extrem toller Frisur, sagte dann zu mir, dass ich durchaus Talent durchscheinen ließe, mein Text NATÜRLICH aber ein Totalschaden und in seinen Augen auch eine Beleidigung sei.
Ich erinnere mich genau an diesen einen Satz. Ein Satz, der mich sogar jetzt um 23:23 Uhr, kein Scheiß, am Dienstag, den 21. Oktober verfolgt, und er lautet so: „Wenn Sie einen Text schreiben und Sie beim Schreiben lachen müssen, dann löschen Sie die Stelle unverzüglich, denn niemand außer Sie selbst wird darüber lachen können.“
Und seitdem kichere ich mir beim Texten den Arsch weg, denn was für eine elitäre Fuckhaltung ist das denn bitte?
Falls du einen Rat von einem Schmuddelautor vertragen kannst, dann scheiß bitte auf alle Regeln. Schreib erst mal ab, schreib erst mal nach, und die eigene Stimme kommt dann schon von alleine. Musikbands covern auch erst mal ihre Helden und Vorbilder, da ist nichts Falsches dran, und dann schreib und schreib und schreib. Und nicht vergessen: rauszoomen und sich das große Ganze ansehen, sich einen Überblick verschaffen, Distanz zulassen, sich nicht so wichtig nehmen. Und immer hübsch Absätze machen. Ich liebe Absätze.
Und einen Absatz später erzähle ich dir von meinem Album der Woche. Wolf Alice mit ihrem Longplayer “The Clearing”. Was für eine geile Band.
Derzeitige Lieblingstracks auf der Scheibe sind: Bloom Baby Bloom, Thorns, Leaning Against The Wall, Safe in the World und eigentlich alle.
Ich habe mir Life of Chuck von Stephen King ausgeliehen und werde ihn mir aller Wahrscheinlichkeit nach am Freitag reinziehen und endlich wieder eine Tüte Chips aufreißen, meine Nase reinstecken und inhalieren.
Ich habe mir nämlich unter der Woche ein Chips-Verbot auferlegt. Das hatte nämlich zuletzt ein bisschen Überhand genommen.
Ich habe jeden Abend eine Paprika-Tüte aufgemacht und da ich jede Form von Suchtverhalten ablehne, HALT, das stimmt nicht, aber es klang so gut in meinem Kopf, jedenfalls sind so viele Kartoffelchips doch ein bisschen „too much“, wie wir Franzosen sagen. Daher die Einschränkung und das Beste hoffen.
Akte X
Ich lese derzeit überhaupt nichts, weil ich selbst dafür zu müde war, denn ich habe mir in letzter Zeit meinen Schlafrhythmus total versaut und muss dringend wieder gegensteuern.
Ich brauche zum Schreiben, man will es kaum glauben, Ruhe. Vor allem in meinem Kopf. Aber der Alltag, viel Herumfahren und Verpflichtungen haben mich schreibend in die Nacht verbannt.
Denn in der Nacht ist es ruhig, niemand will etwas von dir, und es ist gemütlich, und der Kaffee ist nur ein ganz kleines bisschen zu stark, aber das macht nichts, denn die Finger fliegen über die Tastatur für den nächsten verstörenden Griff in deine Unterwäsche. Du hast doch welche an?
So kein Bock mehr, vielen lieben Dank, bis nächste Woche.
Ich habe es getan. Und die Freude ist natürlich groß beim ersten Mal. Man agiert zwar ein bisschen ungeschickt, schambehaftet und unwissend. Und man fragt sich unweigerlich, ob es nicht besser wäre, das Licht zu dimmen, damit man die geröteten Wangen nicht so sieht. Aber das mag ich. Das fordere ich ein. Vom Leben. Von meiner Arbeit. Die Abweichung vom Protokoll. Das finde ich geil.
Ich habe meine erste Geschichte veröffentlicht, die nicht dem Genre der weiblichen Dominanz (Femdom) zuzuordnen ist. Bisher waren meine Geschichten von dominanten, sadistischen und sehr grausamen Frauen geprägt, in denen Männer sexuell gefoltert, erniedrigt und gedemütigt wurden. Es ging oft um permanente Keuschhaltung, extreme Unterwerfungsfantasien und stets um totalen Kontrollverlust, denn da stehe ich drauf.
Meine Geschichten würde ich im großen Schloss der Erotik, im wunderschönen Zimmer der Dark Erotica (Erotik-Horror), in raumhohe Dark-Femdom-Regale stellen. Ich möchte die extremste und kompromissloseste Stimme am dunkelsten Rand des riesigen Erotik-Marktes sein und DIR heiße und unvergessliche Stunden schenken. Darunter fange ich gar nicht erst an. 😂
Leider bin ich nicht sehr gut darin, meine Texte in Schubladen zu stecken. (Frag meine Unterwäsche, wenn du mir nicht glaubst. Da liegen die Shorts in der Nähe meiner Socken und darunter die Handschellen. Und ja, alle Parteien sind mit der Situation eher unzufrieden.)
In Kategorien denken. Genres klar definieren. Den idealen Leser, sprich die richtige Zielgruppe, ins Auge fassen. Klingt alles gut, und ich sollte das bestimmt auch tun. Schon aus wirtschaftlicher Sicht. Denn nehmen wir an, du willst etwas Nettes zum Entspannen lesen, greifst wahllos einen meiner härteren Texte aus dem Amazon-Regal, weil BDSM-Erotik dranstand, und bist am Ende so verstört, dass du mit den Augen kotzen möchtest. Da haben wir dann beide nichts von.
Deswegen versuche ich, dir durch meine Cover und Klappentexte so gut wie möglich mitzuteilen, worauf du dich bei dem jeweiligen Buch einlässt. Ich habe in der Vergangenheit an diesem Punkt einige unverzeihliche Fehler gemacht und schwöre Besserung.
In der Geschichte geht es um eine junge Studentin, die plötzlich von einer unsichtbaren Macht heimgesucht wird. In den unpassendsten Momenten wird Franzi von magischen Zungen und Händen sexuell erregt; sie wird permanent in Ekstase versetzt, doch der erlösende Orgasmus bleibt ihr verwehrt.
Zuerst glaubt sie an eine seltene Krankheit, doch die Wahrheit ist viel teuflischer: Der Mann, den sie seit langer Zeit in der Friendzone versauern lässt, hat einen Weg gefunden, sie sexuell zu foltern und ihr jegliche Entscheidungsgewalt über ihren Körper und ihre Lust zu nehmen. Er besitzt eine Voodoo-Puppe von ihr, und sie ist ihm vollkommen ausgeliefert. Franzi wird zu seinem willenlosen Sexspielzeug und findet immer mehr Gefallen daran.
Unter seiner Kontrolle ist eine paranormale Femsub/Maledom-Fantasie und mein erster Ausflug in die Richtung des weiblichen Kontrollverlusts. Und ich hatte großen Spaß daran, meine Franzi in immer neue prekäre Situationen zu schicken.
Die Geschichte hat sogar romantische Züge und ist vielleicht, frag mich nicht, ich hab es nur geschrieben, eine bizarre, humorvolle Liebesgeschichte mit Happy End. Was ja auch mal ganz schön ist: sich verlieben, sich fallen lassen und dabei einfach entspannt in Geilheit kaputtgehen.
Mein Buch für diese Woche auf meinem Kindle ist „Spuk in Hill House“ von Shirley Jackson. Ich schaue mir ja gerade die Netflix-Serie an und habe Lust auf die literarische Vorlage. (Danke Siri) ❤️
Und ich höre wieder viel Musik. In letzter Zeit bin ich aus privaten Gründen viel auf der Autobahn, und falls du einen unverschämt gut aussehenden Mann in einem Smart an dir vorbeifahren siehst, der lauthals „Good Luck, Babe!“ von Chappell Roan singt, dann winke mir einfach zu. Ich winke bestimmt zurück.