We're all gonna die
Die Staubwedel von DM sind besser als die aus dem TEDi. Steinigt mich, aber das ist meine Meinung. Da lasse ich auch nicht mit mir reden.
Keine Ahnung, was ihr in den vergangenen Wochen so getrieben habt, aber ich habe Detox, Detox, Detox hinter mir. Kein Social Media, kein Wettrennen gegen mich selbst.
Ich hatte viel zu verarbeiten, zu verdauen und zu trauern. Was schlimm war, immer noch ist, und noch ein Weilchen so bleibt.
Verluste sind immer traurig, scheiße. Das weiß man allerdings auch so und jeder geht auf seine Weise mit dem Loch im Herzen um. Da gibt es kein »Also mach das so und dann wird alles gut.« Einen Fick wird es.
Auch die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit lässt dich nur routinierter im Aushalten werden. An manchen Tagen tut es dann gar nicht so weh, und dann kommt der Moment, da reißt dich die Welle doch wieder unter Wasser. Und ich hab’ nur Seepferdchen.
Kommen wir lieber zu was Erfreulichem. Timmy ist tot. Okay, ich fange noch einmal an.
Hat jemand von euch diesen unfassbaren Müll aus Österreich gesehen? Ich schreibe ja extremen Horror mit harten Fetisch-Szenen, aber für den ESC bin selbst ICH nicht masochistisch genug.
Was zum Henker war das für eine Horror-Show. KEIN einziger Song, den ich entfernt, als Musik durchgehen lassen würde. Obwohl ich die Hexen tatsächlich ganz hübsch fand.
Ich ziehe mir im Moment ganz gerne alte Klassiker rein. Schön auf der Couch und dann alte Horrorfilme in Schwarzweiß oder in der Nähe von Farbe anschauen. Das beruhigt mich. Frag nicht. Eine Dame verschwindet, war ganz nebenbei auch ne kleine Sensation.
Ich bin am Donnerstag übrigens auf einer ECHTEN LESUNG von einem ECHTEN Schriftsteller und freue mich wie doof darauf. Es geht um Science Fiction und davon habe ich kaum bis keine Ahnung, aber das ist wumpe, Hauptsache wieder unter Leuten, die leidenschaftlich Bock auf gute Texte haben. Anschließend Pizza essen. Und ich hab nix zum Anziehen.
Im Augenblick bin ich eine hochsensible Alarmanlage. Ich rege mich über alles auf, bin extrem nah am Wasser gebaut, bin super schnell eingeschnappt und mache mir dauernd Sorgen. Was vielleicht, zumindest im Augenblick, vollkommen okay ist. Mit sich selbst komplett einverstanden zu sein, ist wahrscheinlich eh eines der zwei großen Hauptsymptome von Dummheit. Der andere ist, wenn dir der ESC eigentlich dann doch ganz gut gefallen hat. Ganz dünnes Eis.
Ich habe von Kristopher Triana »Body Art - Die Göttin« gelesen. Hartes Ding. Im Grunde ein Fickfest voller Sex, Gore und Gewalt. Hätte von mir sein können, aber Kris hat das wirklich großartig gemacht. Mein lieber Scholli, mein lieber Herr Gesangverein, Monoman, Junge, Junge, alter Schwede …
Aber es ist auch schon spät. Ich hatte einfach das Bedürfnis, mich kurz zu melden, um schnell »Hallo« zu schreiben. Insofern: Hallo.
Ich sitze auch wieder hinter dem Schreibtisch. Manchmal stehe ich auch drauf, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich habe kurz vor meinem »Zwangsurlaub« an einer neuen Reihe gearbeitet. Die fühlt sich jetzt so weit weg an, dass ich kurzfristig und spontan etwas anderes angefangen habe. Es wird eine Duologie …Dilogie … oder wie die Wichse heißt. Also, es werden zwei Bücher.
Beide sind in sich abgeschlossen, aber ich rate dann doch, sie am besten hintereinander wegzulesen. Tu es für mich.
Der vielleicht traurigste Song ever written. Ich hab ihn rauf und runter gehört. In dem Lied geht es um ein intimes, tief trauriges Gespräch am Sterbebett im Krankenhaus. Das Lied beschreibt den Moment des Sterbens.
Der Musiker Sufjan Stevens nutzt liebevolle Tiernamen, die seine Mutter für ihn hatte oder er für sie, wie „my dragonfly“ (meine Libelle) oder „my little dove“ (meine kleine Taube). Der Song dient als gegenseitige Vergebung für die verlorene gemeinsame Zeit. Gegen Ende des Songs wechselt der Text von einer persönlichen Konversation zu einer universellen Wahrheit. Die Zeile „We're all gonna die“ (Wir werden alle sterben) wird im Outro wie ein Mantra wiederholt. Nicht als Drohung, sondern als die zu akzeptierende Erkenntnis, dass das Leben endlich ist.
Na, wenn das kein heiteres Ende ist, dann weiß ich es aber auch nicht.
So, kein Bock mehr. Lass es dir gutgehen und have fun. 🖤
Jay Ray Dillon, 19. Mai 2026, 23:33 Uhr